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Warum werden Zähne während einer Bleachingbehandlung manchmal nicht weißer?

Manchmal werden Zähne nicht weißer oder das Ergebnis fällt geringer aus als erwartet. Das bedeutet nicht automatisch, dass das Bleachinggel, die Bleachinglampe oder die Behandlung nicht richtig funktioniert.

Neben einem guten Gel, einer geeigneten Bleachinglampe und einem korrekten Behandlungsprotokoll brauchen wir nämlich noch etwas ganz Entscheidendes:

Verfärbungen!

Je mehr bleichbare Verfärbungen tatsächlich in den Zähnen vorhanden sind, desto größer kann der sichtbare Unterschied ausfallen.

Denk an eine Flasche Cola

Stell dir eine Flasche vor, in die ein Liter Cola passt.

Ist ein Liter enthalten, kannst du auch einen Liter herausholen.
Ist nur ein halber Liter enthalten, kannst du niemals einen ganzen Liter herausholen.
Und ist die Flasche fast leer, gibt es nur noch wenig herauszuholen.

Beim Zahnbleaching funktioniert es im Grunde ähnlich: Du kannst nur Verfärbungen beeinflussen, die tatsächlich vorhanden sind.

Vereinfacht gesagt werden beim Bleaching Farbmoleküle, die für Verfärbungen verantwortlich sind, chemisch verändert oder abgebaut, wodurch die Zähne optisch heller erscheinen.

Der Unterschied zur Colaflasche ist: Wir können nicht in einen Zahn hineinschauen. Deshalb wissen wir vor der Behandlung nie genau, wie viele bleichbare Verfärbungen tatsächlich vorhanden sind.

Aus diesem Grund kann niemand zuverlässig versprechen, dass ein Kunde beispielsweise genau fünf, acht oder zehn Farbstufen heller wird.

Dunkle Zähne bedeuten nicht automatisch mehr Ergebnis

Ein Zahn kann dunkel aussehen, weil viele Verfärbungen vorhanden sind. Er kann aber auch dunkler wirken, weil die natürliche Farbe des darunterliegenden Dentins wärmer, gelblicher oder von Natur aus dunkler ist.

Zwei Kunden können deshalb eine sehr ähnliche Ausgangsfarbe haben und trotzdem völlig unterschiedlich auf eine Bleachingbehandlung reagieren.

Bei einem Kunden ist schnell eine deutliche Veränderung sichtbar, während das Ergebnis bei einem anderen wesentlich begrenzter bleibt.

Das bedeutet nicht automatisch, dass die Behandlung fehlgeschlagen ist.

Die Ausgangsfarbe gibt trotzdem wichtige Hinweise

Auch wenn wir nicht in den Zahn hineinschauen können, hilft uns die Ausgangsfarbe, eine erste professionelle Einschätzung zu machen.

In der Praxis sehen wir häufig:

  • Gelb bis dunkelgelb: reagiert oft gut und kann einen deutlich sichtbaren Unterschied zeigen.
  • Gelbbraun oder braun: kann ebenfalls gut reagieren, wobei das Ergebnis stark von Ursache und Tiefe der Verfärbung abhängt.
  • Grau oder blaugrau: ist häufig schwieriger und weniger vorhersehbar und reagiert nicht immer so schnell oder deutlich wie gelbliche Verfärbungen.
  • Bereits sehr helle Zähne: hier ist meist weniger sichtbare Veränderung möglich, weil schlicht weniger Verfärbung vorhanden sein kann.

Ein einzelner Zahn, der deutlich grau, sehr dunkel oder beinahe schwarz ist, ist eine andere Situation. Diesen solltest du nicht einfach kosmetisch bleichen. Ein deutlicher Farbunterschied bei nur einem Zahn kann eine zahnmedizinische Ursache haben und sollte zunächst von einem Zahnarzt beurteilt werden.

Die Ausgangsfarbe liefert also hilfreiche Hinweise, bleibt aber immer eine Einschätzung und niemals eine Garantie.

Manche Zähne haben einfach weniger Bleachingpotenzial

Kunden, die von Natur aus bereits sehr helle Zähne haben oder ihre Zähne regelmäßig bleichen lassen, haben häufig weniger sichtbare Verfärbungen.

Dann ist es logisch, dass eine weitere Behandlung möglicherweise nur noch einen geringeren sichtbaren Unterschied bewirkt.

Deshalb ist es uns wichtig, vor der Behandlung realistische Erwartungen zu besprechen und niemals eine genaue Anzahl an Farbstufen zu versprechen.

Kontrolliere zuerst immer das Behandlungsprotokoll

Bleibt das Ergebnis hinter den Erwartungen zurück, solltest du zunächst prüfen, ob die Behandlung korrekt durchgeführt wird:

Bleachinggel → richtige Menge → gleichmäßiges Auftragen → Behandlungsdauer → Anzahl der Runden → Bleachinglampe → Abstand und Position → Produktlagerung

Mehr Gel zu verwenden, länger zu behandeln oder einfach zusätzliche Runden durchzuführen, ist nicht automatisch die richtige Lösung.

Pink und Booster können unterschiedlich reagieren

Bei unseren kosmetischen Behandlungen arbeiten wir mit X-treme Smile Pink auf Basis von Natriumpercarbonat und X-treme Smile Booster auf Basis von PAP.

In der Praxis sehen wir, dass manche Kunden besser auf Pink reagieren und andere stärker auf Booster. Wir können im Voraus nicht zuverlässig vorhersagen, welches Gel bei einem bestimmten Kunden die größte Veränderung bewirken wird.

Deshalb haben viele Profis beide Produkte verfügbar.

Bleibt das Ergebnis nach ein oder zwei Runden begrenzt, kann es sinnvoll sein, von Pink zu Booster oder von Booster zu Pink zu wechseln.

Das kann manchmal zusätzliche Veränderung bringen, ist aber niemals eine Garantie für eine bestimmte Anzahl zusätzlicher Farbstufen.

Miss die Ausgangsfarbe

Verwende vor der Behandlung eine spezielle Farbskala für Zahnbleaching und dokumentiere die Ausgangsfarbe.

So kannst du während und nach der Behandlung objektiver beurteilen, wie stark sich die Zahnfarbe tatsächlich verändert hat.

Vorher-Nachher-Fotos können ebenfalls helfen, sofern sie möglichst unter denselben Bedingungen aufgenommen werden:

gleiche Beleuchtung → gleiche Position → gleicher Abstand → keine Filter

Das ist wichtig, weil sich das Auge während der Behandlung schnell an die veränderte Zahnfarbe gewöhnt.

Wann solltest du aufhören?

Wenn das Behandlungsprotokoll korrekt durchgeführt wurde und sich die Zähne kaum noch verändern, ist eine längere oder intensivere Behandlung nicht automatisch professioneller.

Manchmal hast du schlicht das Ergebnis erreicht, das bei diesem Kunden zu diesem Zeitpunkt realistisch möglich ist.

Ein wichtiger Teil der Fachkenntnis besteht deshalb nicht nur darin zu wissen, wie man weiterbehandeln kann, sondern auch zu erkennen, wann eine weitere Behandlung kaum noch zusätzlichen Nutzen bringt.

Kurz zusammengefasst

Warum werden Zähne nicht weißer als erwartet?

Weil das Ergebnis zu einem großen Teil davon abhängt, wie viele bleichbare Verfärbungen tatsächlich in den Zähnen vorhanden sind.

Die Ausgangsfarbe hilft bei einer ersten Einschätzung, aber wir können nicht in den Zahn hineinschauen. Deshalb wissen wir vorher nie genau, wie viel Verfärbung vorhanden ist oder wie stark die Zähne auf die Behandlung reagieren werden.

Bleibt das Ergebnis begrenzt, kontrolliere zunächst das vollständige Behandlungsprotokoll und beobachte, wie die Zähne während der Behandlung reagieren. Falls sinnvoll, kannst du innerhalb unserer kosmetischen Protokolle zwischen Pink und Booster wechseln.

Das Ziel ist nicht, jeden Kunden um eine vorher festgelegte Anzahl von Farbstufen aufzuhellen, sondern das bestmögliche realistische Ergebnis für genau diese Zähne zu erreichen.

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